Master Studium: Nicht Jeder soll eine Chance bekommen – Berliner Unis ziehen vor Gericht

Der Tagesspiegel berichtete in seiner gestrigen Ausgabe über eine geplante Klage Berliner Hochschulen:

„Worum geht es? Die Regierungskoalition aus SPD und Linkspartei wünschte sich weit offene Türen zum Master. Deshalb änderte sie das Hochschulgesetz: Der Bachelorabschluss soll die einzige Zugangsvoraussetzung für solche Masterstudiengänge sein, die nicht direkt auf einen bestimmten Bachelorstudiengang aufbauen („nicht-konsekutive Master“). Das heißt, solange es freie Plätze gibt, müssen die Hochschulen auch Bachelor-Absolventen aufnehmen, die sie für ungeeignet halten. Erst wenn mehr Studierende sich bewerben als Plätze frei sind, dürfen die Hochschulen sich Bewerber nach den im Hochschulzulassungsgesetz festgelegten Bestimmungen aussuchen. […]
Aus Sicht der Hochschulen zwingt sie das Gesetz zu einem ‚extrem niedrigen Niveau‘, da sie die Bewerber nicht auswählen dürften. Zu befürchten sei auch, dass die zwangsweise aufgenommenen, aber ungeeigneten Studierenden abbrechen oder die Regelstudienzeit überschreiten“.

Diese Einstellung der Universitätsleitungen zeigt mal wieder deutlich, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen soll. Ein qualifizierter Abschluss wie der Master (der in etwa den „alten“ Diplom-oder Magisterabschlüssen entspricht) soll nur noch für wenige, von der Uni handverlesenen, Elitestudierenden zu erreichen sein. Die überwiegende Mehrheit der Studierenden (unabhängigen Schätzungen zu Folge 4/5) sollen in Zukunft nur die Chance bekommen ihr Studium mit dem niedrigeren Bachelor-Abschluss abzuschließen. Wir von SEMTIX verurteilen diesen Umbau der Hochschulen zu sogenannten „Eliteunis“ und fordern einen freien Masterzugang für alle Studierenden.