Archiv für November 2006

Langjährige FU-Dozentin beigesetzt – Wir trauern um Gerburg Treusch-Dieter

Am gestrigen Mittwoch wurde die Berliner Soziologin Gerburg-Treusch-Dieter in Berlin-Grunewald beigesetzt. Mit ihr geht der Freien Universität eine beeindruckende Persönlichkeit und eine inovative Dozentin verloren. Für die sie nicht kannten, wollen wir hier einen kurzen Nachruf aus der taz dokumentieren:

Dass sie vom Schauspiel kam, hat man manchmal in ihren Seminaren und Vorträgen gemerkt. Als Soziologin war Gerburg Treusch-Dieter immer auch eine Performerin, die sich über Theorie und Denken schwungvoll austauschen konnte – mit einem Dutzend Studenten oder mit einem Saal voll Publikum. Dann wurden selbst Themen wie Biomacht und Geschlechterdifferenz von ihr in einem fortlaufenden Diskurs behandelt, für den sie Aristoteles ebenso leicht zu Wort kommen lassen konnte wie Michel Foucault. Und wenn sich die 1939 in Stuttgart geborene Treusch-Dieter mit Hannah Arendts Arbeitsbegriff beschäftigte, dann war durchaus Platz für Humor und Sarkasmus angesichts der entmutigenden Gegenwart. Anders gesagt: Sie war eine lebenskluge Kulturtheoretikerin, für jede Art von Ideen offen und doch allem einmal Gedachten gegenüber skeptisch. Deshalb hat sie sich nie auf Frauenfragen festlegen lassen, auch wenn sie 1985 ihre Dissertation über „Die Spindel der Notwendigkeit. Zur Geschichte eines Paradigmas weiblicher Produktivität“ schrieb und später kritische Bücher zur Reproduktionstechnologie folgten. Arbeit und Geschlecht waren für Treusch-Dieter zwei wesentliche kulturelle Techniken, durch die man etwas über den Freiheitsgrad der Gesellschaft erfahren konnte. Jetzt ist sie nach längerer Krankheit an Krebs gestorben.

Wir Mitglieder von SEMTIX, die das Vergnügen hatten Gerburg Treusch-Dieter an der FU zu erleben, trauern um eine der letzten (wirklich) kritischen Köpfe an dieser Universität. Einen sehr persönlichen Eindruck von Gerburg Treusch-Dieter als Person und Dozentin findet sich auf dem blog eines (ehemaligen) FU-Studenten. Ihre eigene Homepage, mit Texten, Bildern usw. findet ihr hier.

„Von selbst ändert sich nichts!“ – Uniweites Aktionsplenum am Donnerstag

Am Donnerstag (30.11) findet ab 14 uhr im Raum 27 / 14 (Silberlaube) ein uniweites Aktionsplenum unter dem Motto „Von selbst ändert sich nichts!“ statt. Dabei soll ein Austausch über Studienbedingungen stattfinden und diskutiert werden was wir Studierende an der teilweise miesen aktuellen Situation ändern können. Wir dokumentieren den Aufruf des AStA:

Aufruf zum FU Aktionsplenum

Das Wintersemester ist jetzt schon über einen Monat alt und nichts klappt, wie es klappen müsste! Nachdem Präsident Lenzen die FU vollmundig zur Exzellenz erklärte und die Bezeichnung Elite bereits im Namen führte, sieht die Realität gar nicht so exzellent aus. Nichts funktioniert, das aber zumindest richtig scheiße: Die Hörsäle und Seminare sind überfüllt, Pflichtveranstaltungen finden nicht statt oder überschneiden sich mit anderen. Die Studienordnungen sind undurchsichtig und werden nicht einmal von denen verstanden, die sie ausgearbeitet haben. Masterstudiengänge werden beschränkt, wenn sie denn überhaupt angeboten werden. Unsinnige und unbrauchbare Seminare werden als „Allgemeine Berufsvorbereitende Veranstaltungen“ (ABV) umdeklariert und zur Pflicht erhoben und nun denkt die neue Landesregierung auch noch laut über Studienkonten nach – die nichts anderes bedeuten als Studiengebühren – um die klammen Berliner Finanzen auf Kosten der Studierenden zu sanieren. Dass zu allem Schlamassel die U-Bahn jeden Morgen überfüllt und das Wetter grau ist, macht die Sache nicht viel besser. Das Wetter kann man nicht ändern, viele andere Dinge schon! Studienordnungen sind nicht für die Ewigkeit geschrieben und auch die Überfüllung von Veranstaltungen stellt keinen von Natur aus gegebenen Zustand der Uni dar. Lasst uns gemeinsam überlegen, was verändert werden muss, um das Studium nicht zum bürokratischen Spießrutenlauf werden zu lassen. Wir laden euch zum Aktionsplenum aller Studierenden der FU ein, um über Studiengebühren, Exzellenttinitiative, Master-Zugang, ABV oder Zwangszuweisung von Nebenfächern zu informieren, gemeinsam zu diskutieren und Handlungsperspektiven zu entwickeln.

Wir von SEMTIX finden es begrüßenswert, dass vom AStA ein Austausch zwischen den Studierenden gefördert wird. Es ist wirklich an der Zeit, so manche Unzumutbarkeit an der FU anzuprangern und dagegen aktiv zu werden. Wir Studierenden haben schließlich Rechte, es ist an der Zeit, dass wir diese auch einfordern.

Schneller Ermittlungserfolg für „CSI-Dahlem“ – Festnahme nach Entführung

Das „CSI-Dahlem“ scheint zielgerichtet und schnell zu arbeiten. Keine zwei Wochen nach der Tat ist der erste mutmaßliche Täter den Ermittlern ins Netz gegangen, wie heute die Berliner Morgenpost berichtet:

Ermittlungserfolg im Entführungsfall eines 48 Jahre alten Immobilienhändlers aus Dahlem: Die Kripo hat einen der mutmaßlichen Täter festgenommen. Gegen den litauischen Staatsbürger wurde nach Informationen der Berliner Morgenpost gestern Haftbefehl erlassen. Nach zwei weiteren Tätern wird noch gefahndet.

Mindestens drei Täter hatten in der Nacht zum 14. November den 48-Jährigen verschleppt. Wie berichtet, war der Makler gegen 21.45 Uhr kurz vor seiner Wohnung nahe der Thielallee in einen weißen Transporter gezerrt worden. Die Täter schlugen das Opfer und zwangen es, die Schlüssel zur Wohnung herauszugeben. Aus ihr erbeuteten sie verschiedene Wertgegenstände und einen hohen Bargeldbetrag. Etwa zwei Stunden später wurde der Entführte gefesselt und geknebelt nahe der der Otto-von-Simson-Straße freigelassen.

Der Wahnsinn geht weiter! – Philosophische Bibliothek wird dicht gemacht

Jetzt gehts erst so richtig los! Nachdem schon andere traditionelle (und viel genutzte) Bibliotheken wie die der Soziologie geschlossen bzw. „zusammengelegt“ (also in fensterlose Kellerräume anderer Bibliotheken abgeschoben) wurden, blüht jetzt der schnuckeligen Bibliothek der PhilosophInnen das gleiche Schicksal. Aber das ist nur der Anfang wie gestern die taz berichtete:

Die FU legt ihre Bibliotheken zusammen. Jüngstes Opfer: die Philosophen. Statt im Institut müssen sie künftig in der neuen Bibliothek „Berlin Brain“ lesen. Dabei ist das Uni-Aushängeschild oft überfüllt. […]
Fest steht: Zahlreiche Bibliotheken werden zusammengelegt. Statt weiter an den vielen dezentralen Fachbüchereien festzuhalten, verabschiedet sich die Uni damit von ihrer traditionellen Struktur. Statt einstmals 150 Bibliotheken, vor allem an den Instituten, soll es im Rahmen einer „dezentralen Zentralisation auf mittlerer Ebene“ langfristig nur noch 20 geben, sagt Ulrich Naumann, leitender Direktor der Uni-Bibliotheken an der FU. […]
Mit dieser Maxime werden sich in Zukunft weitere Institute auseinandersetzen müssen. Ähnlich dem „Berlin Brain“ wird auch an anderer Stelle konzentriert: Für 15 kleinere Studienfächer soll 2011 eine „Bibliothek der kleinen Fächer“ eröffnet werden. Die Büchersammlungen der Sozialwissenschaften – darunter die der Politologen und Soziologen – sind schon zusammengelegt. Langfristig, so Bibliotheksleiter Neumann, dürfte das auch den großen Bibliotheken der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften blühen.

„Ham wer uns fast schon so gedacht“ – FU zur unternehmerischsten Hochschule gekürt

„Unternehmerischste Hochschule“? Was soll denn das sein? Nur ein weiterer unbedeutender Titel neben „Berlins ehemals kritischer Universität Berlin“ und „Möchtegern-Eliteuniversität FU“ die sich die Uni in den letzten Jahren erworben hat? Wir von SEMTIX meinen: Nein, dieser Titel ist anders! Denn er kann uns einiges erklären, was in den letzten Jahren mit der FU passiert ist:

Die Freie Universität Berlin, die Technische Universität Dresden und die Universität Kassel sind die Hochschulen in Deutschland, die am unternehmerischsten denken und handeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine exklusive Studie von karriere und dem Wirtschafts­forschungsinstitut Prognos. Für die Studie wurden Universitäten mit Unternehmen verglichen und definiert, wie die idealtypische unternehmerische Hochschule aussehen sollte. […]
„Eine Uni, die nicht verwaltet, sondern gemanagt wird, die Anreize für gute Leistungen in Forschung und Lehre schafft und nach neuen Wegen der Finanzierung sucht, die sie unabhängiger von staatlichen Geldern macht“, definiert Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff den Prototyp des „Unternehmen Hochschule“. Am ehesten entspricht laut Studie die FU Berlin dieser Vorgabe.

Wenn ihr euch also in Zukunft fragt: Warum wird die Lehre hier eigentlich immer flacher? Warum die FU immer verschulter? Was soll der Quatsch mit dem Bachelor? Warum gibts das Campus Management? Warum will man mich mit Studiengebühren quälen? Warum werden studentische Cafés zugemacht? Warum bin ich eigentlich immer so gestresst?
Dann wird die Antwort in Zukunft ganz einfach ausfallen: Damit sich die FU weiter unternehmerischste Hochschule bleiben kann! Ist doch klar, oder?

Alle mögen Onkel Jürgen – Berlin hat einen neuen Wissenschaftssenator

Berlin hat einen neuen Wissenschaftssenator. Die Wahl fiel auf Jürgen Zöllner, bisher Wissenschafts- und Kulturminister in Rheinland-Pfalz. Ein Namen den wir Studierenden uns merken müssen, den der Flierl-Nachfolger ist jetzt „für uns zuständig“. Unter den Unipräsidenten ist man sich einig: „Onkel Jürgen“ ist der richtige Mann, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort:

In den ersten Reaktionen wurde der neue Spitzenmann geradezu euphorisch begrüßt. Die drei Berliner Universitätspräsidenten übertrafen sich im Lob. (Berliner Zeitung). In der Berliner Wissenschaftsszene hat die Berufung von Jürgen Zöllner zum neuen Senator wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. […] „Die Berufung Zöllners ist ein großer Sprung nach vorn für Berlin“, sagte FU-Präsident Dieter Lenzen. Er sei sich sicher, dass Zöllner „das gesamte Bildungswesen der Stadt vorantreiben wird“. (Tagesspiegel)

Neben den Berliner Journalisten ist selbst die Opposition im Abgeordnetenhaus voll des Lobes für den Neuen:

Auch die Oppositionsparteien CDU, Grüne und FDP begrüßten, dass die Wahl auf den „ausgewiesenen Fachmann“ Zöllner fiel. (Tagesspiegel)

Doch was sollen wir Studierenden von dem neuen „Super-Senator“ halten. Eigentlich lässt es ja schlimmes befürchten, wenn der Neue von Dieter „Möchte-Gerne-Elite“ Lenzen gelobt wird. Wir von SEMTIX meinen: Es hätte durchaus schlimmer kommen können, aber auch Jürgen Zöllner lehnt Studiengebühren nicht grundsätzlich ab. Er ist ein erklärter Fan des Studienkontenmodells, dass auch sein Amtsvorgänger einführen wollte. Studienkonten sind aber auch nur eine besondere Form von Studiengebühren. Auch der abenteuerliche Vorschlag der sogenannten Landeskinderregelung ist auf Zöllners Mist gewachsen. Es besteht also kein Anlass zur Euphorie für uns Studierende. Wir müssen damit rechnen, dass in der kommendne Legislaturperiode versucht werden soll auch in Berlin Studiengebühren einzuführen, auch wenn diese zuerst wohl in der (vermeintlich) sozialeren Gestalt eines Studienkontos daherkommen werden. Es liegt an uns das in unserem eigenen Interesse zu verhindern.

Orientierungstage des Frauen- und Lesbenreferats

Folgende Orientierungswoche wollen wir von SEMTIX allen die sich angesprochen fühlen empfehlen:

Auch im Wintersemester 2006/07 bieten das Frauen- und das Lesbenreferat wieder einige Veranstaltungen zum Kennenlernen der Referate, zum Treffen anderer Leute und für weitere Aktivitäten an.

20. bis 23.11.2006: Orientierungstage für Erstsemesterinnen, Migrantinnen, Frauen, Lesben, Transfolks …

Das Frauen- und das Lesbenreferat des AStAs der FU laden euch herzlich ein, zur gemütlichen Orientierungswoche für Migrantinnen, Frauen, Lesben, Transgender… Wir haben viele nette Sachen für euch vorbereitet und freuen uns schon, euch alle kennenzulernen. Aber auch ihr koennt in den Tagen viele nette Leute, nette Orte und Aktivitäten kennenlernen und entdecken. Wir freuen uns auf euch!!

Montag, 20. November

+ Migrantinnenfrühstück, 12 Uhr im Referat

Dienstag, 21. November

+ Kennenlernen bei Sekt und O-Saft und Überraschungsfilm im Referat ab 18 Uhr

Mittwoch, 22. November

+ FrauenLesbenTrans Frühstück im Referat ab 12 Uhr

+ nachmittags: Campusspaziergang

+ Safer Sex Workshop um 17 Uhr im Referat

+ Besuch bei AB Queer um ca. 20 Uhr (Sanderstr. 15, Neukölln)

Donnerstag, 23. November

+ Besuch der Lesbenberatung e.V. um 18 Uhr (Kulmer Str. 20a, Schöneberg)

+ Queer-O-Matik Party im Octopussy ab 22 Uhr (Gürtelstr. 36, Friedrichshain)

Für Änderungen von Raum- und Zeitangaben und neue Veranstaltungen schaut immer mal wieder hier auf der Seite vorbei. Das Frauen- und Lesbenreferat findet ihr im zweiten Stock der Asta FU Villa in Dahlem (Otto-von-Simson-Str. 23). Noch Fragen, Infobedarf, Vorschläge? Mailt an lesben{at}astafu.de
Die Internetseite der beteiligten Referate findet ihr übrigens hier. Informationen zu den entsprechenenden Beratungen, die der AStA anbietet gibts hier.

Bachelor eine Banalität des Bösen?

Unleibsame Kritik wird an der FU im Allgemeinen und am OSi im Besonderen, gerne im Keim erstickt. Auch im Fall des Offenen Briefes von Wolf-Dieter Narr und Peter Grottian soll das nun anscheinend versucht werden, wie die taz heute berichtet. Inhaltliche Kritik wird von den Verantwortlichen für die Bachelor-Katastrophe dabei allerdings nicht geübt, es ist nur die Form des Aufrufs, die kritisiert wird. Der Verdacht liegt nahe, dass den Argumenten der „alten Haudegen“ nicht ernsthaft etwas entgegensetzt werden kann:

Nach einem kritischen Artikel über Bachelor-Studiengänge in der taz geraten die Autoren – die FU-Politikprofs Grottian und Narr – am eigenen Institut unter Druck. Dessen Chef fordert sie auf, sich für ihre Thesen zu entschuldigen

Mit einem „Aufschrei“ in der taz wollten die Politik-Professoren Peter Grottian und Wolf-Dieter Narr die Studierenden wecken – und zum Boykott von „macdonaldisierten“ Bachelor-Studiengängen aufrufen. Doch während sich bei denen wenig regt, empört sich die ProfessorInnenschaft des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft (OSI) der Freien Universität (FU), an dem Grottian und Narr lehren. Äußerst wachsam reagierte etwa Peter Massing, Geschäftsführender Direktor des OSI: In einem Brief an alle Mitglieder des Instituts forderte er die Autoren auf, sich öffentlich für ihre Äußerungen in der taz zu entschuldigen. Zuvor hatte das FU-Präsidium Grottian gegenüber telefonisch den Artikel missbilligt.

Sie bezeichneten das Kurzstudium als einen „systematischen Vorgang des Entlernens“ durch „repressiv-präventive Anreiz- und Abstoßungssysteme“. Die Bachelor-Studiengänge seien „bildungspolitische Verbrechen“, durch die die Studierenden „entbildet“ würden. Diese „Prozesse des Entlernens“ seien geprägt von einer „Vorstufe der ,Banalität des Bösen‘“. Insbesondere die letzte Formulierung sorgt für Aufregung. Der Begriff „Banalität des Bösen“ stammt von Hannah Arendt. Im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Adolf Eichmann 1961, einen der hauptverantwortlichen Organisatoren des Holocausts, hatte sie mit dem Begriff auf die vermeintliche Banalität etwa der „schier gedankenlosen“ bürokratischen Folgsamkeit hingewiesen, die Mitursache am Völkermord an sechs Millionen Juden gewesen sei. Dies auf die Konstitution des Hochschulwesens zu beziehen, hielt OSI-Direktor Massing gegenüber der taz für einen „unsäglichen Vergleich“, der nicht hinnehmbar sei.

Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Thesen Narrs und Grottians, findet am OSI aber offensichtlich nicht statt. Beim Schreiben des Institutsdirektors handelt es sich tatsächlich um einen „plumpen Versuch, die Vorwürfe, mit denen sich die Professoren auseinandersetzen müssten, einfach wegzudrücken“ (Narr). Anstatt aus der Kritik der erfahrenen Hochschullehrer die entsprechenden Lehren zu ziehen reagieren „Jungprofessoren“ wie Klaus Segbers völlig unsachlich auf die Analyse der Hochschullehrer:

„Den beiden sind die revolutionären Garden abhanden gekommen, die es hier möglicherweise mal gegeben hat“, so OSI-Prof Klaus Segbers: „Professoren meiner Generation haben keine Zeit, sich mit solchen Debatten zu beschäftigen.“

Statt dessen beschäftigt sich seine Professoren-Generation lieber mit unsäglicher 0815-Wissenschaft. Klaus Segbers ist ein gutes Beispiel für eine völlig unkritische und verflachte Lehre ohne Substanz, die inzwischen leider typisch für das Otto-Suhr-Institut geworden ist. Die Leittragenden sind wir Studierenden, die unter der Verschulung der Lehre leiden müssen.

Studiengebühren in Berlin: PDS-Basis will Klarheit

Am Wochenende soll der neue Koalitionsvertrag zwischen SPD und PDS von der Basis abgesegnet werden. Das in dem Papier kein klares Nein zu Studiengebühren festgeschrieben ist, kritisieren jetzt Teile der PDS-Basis. Sie wollen Klarheit in dieser Frage wie die Berliner Zeitung berichtet:

Kurz vorm Wochenende der Entscheidung zeichnet sich innerhalb der Linkspartei/PDS ein Streit über den rot-roten Koalitionsvertrag ab. […] Unter den Sozialisten haben jetzt viele einflussreiche Delegierte […] ein umfangreiches Zusatzprotokoll verfasst, das sie ebenfalls zur Abstimmung stellen. Darin werden Standpunkte formuliert, die die Genossen im Koalitionsvertrag vermissen, etwa ein klares Nein zu jeder Form von Studiengebühren. […] Würde der Zusatzantrag verabschiedet, müsste mit der SPD zwar nicht nachverhandelt werden, doch es gäbe von Seiten der Linkspartei plötzlich Klarstellungen, die im Text offensichtlich gemieden wurden. So ist in der Präambel zwar von der „Priorität der Sicherung eines gebührenfreien Bildungszugangs“ die Rede, aber das Reizwort Studiengebühren fällt auf den mehr als 80 Seiten kein einziges Mal. „Die Formulierungen zu Studiengebühren sind interpretationsfähig“, kritisiert daher Evrim Baba, Fraktionsexpertin für Frauenpolitik und eine der Unterzeichnerinnen.

CSI Dahlem ermittelt: Kapitalverbrechen nahe des FU Campus

Heute einmal einmal eine Meldung die mit der FU Berlin, dem Semesterticket oder Studiengebühren höchstens ganz am Rande etwas zu tun hat: Gestern hat sich unweit des Dahlemer FU-Campus ein Kapitalverbrechen zugetragen. Deshalb war bis zum heutigen Dienstag Nachmittag die Polizei in der Otto-von-Simson-Straße zugange. Auch die Spurensicherung (die in Berlin aber natürlich nicht CSI genannt wird) war zur Stelle und untersuchte den Tatort. Dazu meldet der Tagesspiegel auf seiner Homepage:

Immobilienmakler nach Lösegeldzahlung wieder in Freiheit
Die Entführung eines Berliner Immobilienmaklers ist nach Zahlung eines Lösegeldes glimpflich zu Ende gegangen. Unbekannte hatten den 48-Jährigen in der Dahlemer Ehrenbergstraße auf offener Straße gekidnappt.[…]
Bereits kurz nach Mitternacht wurde der Mann offenbar nach Zahlung eines Lösegeldes in bislang unbekannter Höhe in der Otto-von-Simson-Straße wieder auf freien Fuß gesetzt. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, geht es dem international tätigen Immobilienmakler den Umständen entsprechend gut.
Die Polizei fahndet nach den Tätern. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michal Grunwald, wollte aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben zu dem Sachverhalt machen.