Pflaume des Monat (Februar) – Christian Füller oder warum Studiengebührengegner angeblich unsozial sind

Studiengebühren sind sozial ungerecht, dass ist bekanntlich eine Tatsache. Trotzdem gibt es viele die sich für eine Einführung von Studiengebühren einsetzen. Meistens diesselben Politiker, Wissenschaftler, Lobbyisten etc. die auch in anderen Feldern den Sozialabbau forcieren (man denke dabei nur an die Rente mit 67, die Einführung von „Hartz 4″ etc.). Nun gibt es in der politischen Landschaft der BRD aber auch andere Stimmen, die Sozialabbau im Allgemeinen und Studiengebühren im Besonderen kategorisch ablehnen. Dazu gehören natürlich in erster Linie die überwiegende Mehrheit der Betroffenen selbst. Im Fall von Studiengebühren sind das die Studierenden. Die Mehrheit der Studis lehnt das Bezahlstudium aus gutem Grund als unsozial ab. Unterstützung bekommen wir Studierende dabei nur von ganz wenigen Vertretern der etablierten Politik. Im Bundestag vertreten ist sogar nur eine einzige Partei, die sich (bisher) konsequent gegen Studiengebühren ausspricht. Nun kann man von der Linkspartei.PDS ansonsten halten was man will, in Sachen Studiengebühren vertreten sie eine fortschrittliche, soziale und nicht zuletzt klassisch linke Position: (Hochschul)Bildung soll für alle bezahlbar bleiben! Den meisten Studis dürfte die Partei zumindest in diesem Punkt aus dem Herzen sprechen.

Kritisiert wird die angeblich „starre Haltung“ der PDS in dieser Frage, vor allem von Rechts. Von Wirtschaftslobbyisten, CDU und Kinder reicher Eltern die sich im RCDS organisieren. Um so überraschender, das sich ein Journalist einer ehemals explizit linken Zeitung der „Sozialisten-Schelte“ anschließt. So war heute in der Berliner Tageszeitung taz ein Glosse des Journalisten Christian Füller zu finden, in der er der PDS abspricht in Sachen Studiengebühren eine soziale und linke Linie zu verfolgen, den so Füller, Studiengebühren seien schließlich sozial („Wer gerechte Bildung haben will, müsste […] sofort und übergangsweise Studiengebühren einführen.“) und der Schreiberling weiter:

Und da ist die populistische PDS. Sie mimt Sozialismus, indem sie Unigebühren und sogar Langzeitgebühren kategorisch ablehnt – angeblich aus sozialen Gründen. Das klingt wie links, ist aber gerade das Gegenteil davon. Für wen klassenkämpft die PDS da eigentlich? Für Studenten. Oder anders: für eine kleine Schar künftiger Akademiker. Die PDS schützt nicht die Schwachen, nicht benachteiligte Rütlikinder, sondern künftige Professoren, Beamte, Redakteure und – wie Willy Brandt einst witzelte – Landgerichtspräsidenten. Kurz: Die PDS macht einen riesigen Zinnober, um Studis 83 Euro Studiengebühr pro Monat zu ersparen. Das ist nicht links. Das ist Klassenkampf – für die Privilegierten des Bildungssystems.

Wir von SEMTIX denken: Diesen Quatsch zu kommentieren ist eigentlich überflüssig! Wer die Einführung von Studiengebühren als sozial empfindet hat schlichtweg keine Ahnung von den Lebensrealitäten der meisten Studierenden. Man muss die Linke.PDS nicht in allen Punkten toll finden, aber sie als „unsozial“ zu brandmarken, weil sie sich gegen das Bezahlstudium Stark macht ist hirnverbrannt. Die „Argumente“ die der taz-“Journalist“ vom Stapel lässt ebenfalls.
Übrigens, wer mehr über unsere „Plaume des Monats Februar“ Christian Füller erfahren will, wir beim Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) fündig:

Die tageszeitung (taz) gilt gemeinhin als eher linke Zeitung. Seit einigen Jahren aber hat sie mit Christian Füller einen starken Studiengebührenbefürworter in den eigenen Reihen, der keine Gelegenheit auslässt, gegen die Studierendenschaften zu polemisieren. Wenn die StudierendenvertreterInnen rot-grün wegen eines nicht gehaltenen Wahlversprechens angreifen, dann sind sie bei Füller die 5. Kolonne Stoibers. Protestieren zehntausende gegen Studiengebühren, dann verteidigen diese lediglich ihre Privilegien. Interviews mit Füller beginnen gerne mal so: „Na, wie ist es im Lehnsessel?“ Pünktlich zum Semesterstart ließ die taz ihren Gebührenfan wieder ran. Der Vorschlag diesmal: Studierendenvertretungen sollen selber Studiengebühren erheben, statt nur rumzumosern. Man kennt es schon: Füller pubt in seinen Berliner Sessel und rotzt die VertreterInnen der Studierenden an, die sich eh nur selbst beklatschen und in ihren Trutzburgen sitzen würden. Den ultimativen Beweis, dass die Studierenden in der Lage sind, Gebühren selbst zu erheben, tritt Füller mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten an – sie alle bezogen sich auf die Arbeit in den Studentenwerken, nicht auf Studiengebühren. Das wirklich tragische: Die taz-Redaktion steht offensichtlich hinter Füllers Geschreibe, heißt das Ganze doch „taz-Modell“ und nicht Christian-Füller-Modell.