Archiv für März 2007

„Wie Elite muss ich sein?“ – Über unterschiedliche Studienbedingungen an der FU

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Zeit Campus“ findet sich ein Artikel, der die Elitenbildung an den deutschen Hochschulen am Beispiel der FU erklärt. Am Beispiel zweier OSI-Studis werden die unterschiedlichen Studienbedingungen zwischen „Elite-Master“ und „Normalo-Bachelor“ dargestellt. Das der „Normalo-Studiengang“ dabei nicht gur wegkommt ist klar. Denn „Elite-Studium“ sollte es heutzutage schon sei :

Die unterschiedliche Situation der beiden Studenten an der Freien Universität zeigt im Kleinen, wie sich die Hochschulen in Deutschland derzeit wandeln. „Exzellenz“, „Elite“ und „Auswahl“ heißen die Schlagwörter, und es scheint, als sei mit einem Mal der vormals verpönte Begriff Elite rehabilitiert. Diese Entwicklungen verändern den Alltag an den Unis, doch vor allem verändern sie das Bewusstsein der Professoren und der Studenten – und entfalten so eine enorme symbolische Strahlkraft. Als wachsende Ungleichheit nehmen viele Studenten diese Neuerungen wahr. Bei den einen nähren sie den Wunsch, vorne mit dabei zu sein – und bei den anderen die Angst, abgehängt zu werden. Die einen hoffen, in besonderen Studiengängen auch besonders gut gefördert zu werden. Die anderen fürchten, an einer Hochschule ohne Elite-Stempel abgemeldet zu sein. Alle zusammen jedoch stellen sich die grundlegende Frage: Reicht es eigentlich noch aus, ganz normal an einer ganz normalen Uni zu studieren?

Die Frage, ob es noch reicht an einer ganz normalen Uni zu studieren, ist für die Zeit Campus-AutorInnen wohl nur eine rhetorische. Denn der Wunsch unbedingt zur Elite gehören zu wollen, ist was von Zeitschriften wie dieser in penetranter Regelmäßigkeit genährt wird. So arbeitet Zeit Campus mit dem neoliberalen Think Tank CHE zusammen, der für seine berühmt berüchtigten „Uni-Rankings“ bekannt ist. Die Artikel in „Zeit Campus“, „Neon“ und co. liefern kleine Bausteine zu einer umfangreichen „Gehirnwäsche“, der Studierende heute allenhalben unterzogen werden. Durch solche Artikel sollen wir Studis dazu getrieben werden, eifrig, flexibel und allzeit bereit an unserem Elite-Lebenslauf zu basteln. Die Angst davor auf der Strecke zu bleiben wird frei Haus geliefert. Um die Lehrinhalte, den Austausch darüber und eine demokratische Kultur an den Hochschulen geht es den „Wissenschafts-Journalisten“ schon lange nicht mehr. Die Universität wird den (zukünftigen) Studierenden als reine Elitezuchtanstalt vorgestellt, deren Regeln man unhinterfragt zu befolgen hat, um „seinen Weg“ zu machen. Nur eines wird dabei geflissentlich unterschlagen: nicht alle können Elite sein

„FSI Geschichte macht klar zum Entern“ – FU Blogsphäre bekommt Zuwachs

Seit wenigen Wochen hat die FU-Blogsphäre erneut Zuwachs bekommen. Die Fachschaftsinitiative Geschichte ist jetzt auch mit einem eigenen blog an den Start gegangen.

Inhaltlich ist das Ganze ähnlich aufgestellt wie der SEMTIX-blog. Informationen Rund um die FU und Hochschulpolitik. Also „Studiengebühren“, „Aus den Gremien“ etc.. Doch während wir von SEMTIX uns bekanntlich politisch neutral verorten, wird bei der FSI Geschichte der Focus deutlich auf „linke Themen“ gelenkt. So werden zum Beispiel auch „Antifaschismus“, „Feminismus“ etc. in Zusammenhang mit der Universität und darüber hinaus behandelt. Der ein oder andere kontroverse Artikel wird da sicher dabei sein. Aber Demokratie lebt ja nun mal von der inhaltlichen Auseinandersetzung. Wäre ja schlimm, wenn ALLE Gruppen an der FU zu einem braven Einheitsbrei verschwimmen würden. Der FSI-Geschichte-blog verspricht also eine spannende Angelegenheit zu werden. Und auch wenn wir von SEMTIX uns eher in der politischen Mitte an der FU verorten, wünschen wir den „Histo-Piraten“ alles Gute.

Zur FSI-Geschichte -Seite gehts hier.

„Bildungsideale im Wandel“ – Aktive Philosophen laden zum Symposium

Die Philosophen laden ein zu einem: Philosophisches Symposium „Bildungsideale im Wandel“ und zwar am Freitag den 23.03.07, um 16.00 in der Philosophischen Bibliothek – Institut für Philosophie der FU in der Habelschwerdter Allee 30, 14195 Berlin-Dahlem
Gemeinsam veranstaltet von der Fachschaftsinitiative Philosophie und der studentischen Vertreter im Institutsrat Philosophie

Anläßlich der Auslagerung der Philosophischen Bibliothek lädt die Fachschaftsinitiative Philosophie herzlich ein zum Symposium „Bildungsideale im Wandel“.
Professoren und Studierende des Philosophischen Institutes werden darin Vorträge zur universitätspolitischen Entwicklung halten und anschließend gemeinsam diskutieren.
Schwerpunkte der Vorträge werden ein historischer Blick auf die bildungs- und wissenschaftspolitische Entwicklung sowie Beiträge zur Gegenwart um das Thema „Wohin treibt die deutsche Universität? Von wem wird sie getrieben?“ sein.

Hört sich ziemlich interessant an. Bleibt nur zu hoffen, dass auch in den Semesterferien genug Studierende den Weg nach Dahlem finden. Den aktiven Philosophen wärs zu wünschen.

Pflaume des Monats (März): Max Brüggemann, RCDS-Bursche pro Studiengebühren

Unsere Pflaume des Monats März ist ein diesesmal ein ganz besonders unsympathischer Zeitgenosse: Max Brüggemann

Brügemann ist ein konservativer Karrierist wie er im Bilderbuch steht. Aktiv bei Junge Union und RCDS und aktives Mitglied in einer Burschenschaft. Eigentlich seine Privatsache sollte man meinen, schräge Vögel gibts schließlich an jeder Hochschule genug. Doch nun hat der rechte Funktionär allen seinen Mitstudierenden an der Uni Münster 275 Euro extra Ausgaben im Monat beschert: in Form von Studiengebühren.

Die Universität Münster hat am Mittwoch die Einführung von 275 Euro Studiengebühren beschlossen. Der Senat entschied mit zwölf zu elf Stimmen. Pikant: Offenbar kam die entscheidende Stimme pro Campusmaut ausgerechnet von einem Studenten – einem mit Verbindungen. [Spiegel-Online]

Während der Diskussion war BWL-Student Max Heinrich Brüggemann zwar still geblieben, aber in der Vergangenheit hatte der Vorsitzende der Jungen Union Versmold keinen Hehl aus seiner Pro-Gebühren-Haltung gemacht. Der Burschenschaftler argumentierte noch vor zwei Monaten: Wie stünde er denn künftig vor Arbeitgebern da, wenn er von der einzigen gebührenfreien Hochschule kommen würde. [taz]

Was lernen wir aus dieser Geschichte? Jede Stimme für RCDS, Liberale und co. ist im Zweifel immer eine für Studiengebühren. Das unsere „Pflaume des Monats“ jetzt um seine körperliche Unversehrtheit fürchten muss finden wir zwar total daneben, aber das viele Studis in Münster sauer auf den Kerl sind können wir nachvollziehen. Brüggemann hat gegenüber Spiegel-Online übrigens angegeben, sich „erstmal zwei Wochen in Berlin“ aufzuhalten, um dem Ärger um seine Person in NRW zu entkommen. Vielleicht ergibt sich ja für einige solidarische Studierende in Berlin die Möglichkeit dem Gebühren-Fan mal ordentlich die Meinung zu sagen. Aber bitte nur mit der Kraft des Wortes!