„Unicheck – Von Studenten für Studenten“? Von wegen!

Die finstere Lobby-Organisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat sich mal wieder ein starkes Stück erlaubt. Mit dem Start ihres neuen Online-Portals „unicheck.de“ hat sie gar versucht dreist die Öffenlichkeit zu täuschen, so die Kritiker:

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Umfrage hat die INSM „Unicheck“ gestartet, ein Webportal, das listen will, wie die Hochschulen Gebühren verwenden. Dazu werden die Rektoren befragt, auch Studierende können eine Wertung abgeben. Geplant ist ein Ranking der „Tops und Flops“ unter den Unis. Der Initiative geht es – daraus macht sie keinen Hehl – wieder mal um Wettbewerb. Aber auch um „Transparenz“, so Koordinator Ronald Voigt. [Frankfurter Rundschau]

Doch damit ist es nicht weit her. Von „Transparenz“ keine Spur. Sollten wir Studierenden getäuscht werden?:

Die Mail klingt nach studentischem Start-Up: Eine neue Homepage „von Studenten für Studenten“ wolle klären, wie Unis Studiengebühren verwenden und was die Studenten davon halten. Doch dahinter verbergen sich PR-Profis – von der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. [Uni Spiegel]

Das bei der arbeitgebernahen INSM nicht immer mit offenen Karten gespielt wird ist bekannt. Statt offen darzulegen, dass sie Lobbyarbeit für Klientelinteressen betriebt, hüllt sich die INSM von jeher in ein pseudo-objektiv-wissenschaftliches Gewand. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, Akzeptanz für sogenannte „Reformen“ in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen zu schaffen, die in der Regel Sozialabbau, Veräußerung von öffentlichem Eigentum etc. zur Folge haben. Die Unilandschaft soll von solchen „Reformen“ natürlich nicht ausgenommen bleiben. So trommelt die INSM schon seit Jahren für die Einführung von Studiengebühren.

Die finanzielle Macht der INSM ist nicht zu unterschätzen: Die Arbeitgeber ermöglichen den INSM-Lobbyisten einen Jahresetat von rund 8,8 Millionen Euro – viel Geld, um mit hochprofessioneller PR für marktwirtschaftliche Reformen zu trommeln. Oder auch, um eher verdeckt bestimmte wirtschaftspolitische Positionen in der Öffentlichkeit zu platzieren. [Uni Spiegel]

Wir Studierenden sollten uns von der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ nicht hinters Licht führen lassen und das neue Portal einfach ignorieren. Wenn sich niemand für die Seite interessiert wird sie schon ziemlich schnell wieder aus dem Netz verschwinden. Dem „Effizienz-Denken“ sei ausnahmsweise mal gedankt, denn schließlich wird die INSM ihre „studentischen Mitarbeiter“ nicht umsonst bezahlen wollen.