Archiv für Mai 2007

Sauerei! – “ Semesterticket soll teurer werden“

In der heutigen Ausgabe des Tagesspiegel findet sich ein Artikel von Tina Rohowski zu aktuellen Semesterticket-Situation in Berlin. Es wird deutlich: BVG und co. wollen sich auf Kosten von uns Studierenden berreichern und wir können uns nur schwer gegen die Monopolisten wehren:

Berlins Studenten müssen in den nächsten Wochen entscheiden, ob es weiterhin ein Semesterticket geben soll. Der derzeit gültige Vertrag mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) läuft im März 2008 aus. Schon seit Dezember laufen die Verhandlungen zwischen VBB und Studierendenvertretern, die von Auseinandersetzungen um Preis und Umfang des Tickets geprägt sind: Die Forderungen des Verkehrsverbundes seien „völlig überhöht“, kritisieren Studenten. Man habe „ein Superangebot vorgelegt“, sagt hingegen VBB-Sprecherin Gabriele Mittag. Nun sollen studentische Urabstimmungen entscheiden, ob der VBB-Vorschlag angenommen wird.

Nach den Plänen des VBB steigt der Preis im Sommersemester 2008 um drei Prozent auf 154 Euro. Das Angebot sieht zudem bis 2011 jährliche Erhöhungen um jeweils 2,9 bis 3,2 Prozent vor. Auch in Zukunft gilt das Ticket nur im Bereich Berlin ABC. „Die Verkehrsbetriebe wollen das Ticket zum Schuldenabbau nutzen“, sagt Daniél Kretschmar. Er ist Mitglied der „Semtix-Länderkoordination“, zu der sich Studierende der beteiligten Hochschulen zusammengeschlossen haben, um die Gespräche mit dem VBB zu führen. Die Semtix-Gruppe hatte unter anderem eine bessere Anbindung von Standorten der Freien Universität verlangt sowie eine Erweiterung des Tickets auf das Brandenburger Verkehrsnetz. Auf die Forderungen habe der VBB „nur mit lapidaren Kurzantworten reagiert“. Die Studenten seien „von oben herab behandelt“ worden, so Kretschmar, dabei hätte man sich eine „partnerschaftliche Abstimmung des Leistungskataloges“ gewünscht.

Trotz aller Kritik rechnet die Semtix-Gruppe damit, dass die Mehrheit der Studenten dem aktuellen VBB-Angebot zustimmt. „Auf weitere Verhandlungsversuche hat keiner Lust“, so Kretschmar. Die Studierenden der Humboldt-Universität können vom 22. bis zum 24. Mai ihr Votum abgeben. Im Juni soll die Urabstimmung an der Freien Universität stattfinden, die anderen Hochschulen wollen im Herbst folgen. Damit die Entscheidung gültig ist, müssen mindestens zehn Prozent der Studenten teilnehmen. Völlig unklar ist bislang, ob es künftig ein Semesterticket an der Technischen Universität geben wird. Studentenvertreter der TU hätten sich nicht in der Semtix-Gruppe beteiligt, sagt Kretschmar. Seit im vergangenen Jahr der Ring Christlich-Demokratischer Studenten die Führung im TU-Asta übernommen hat, sei „der Kontakt abgerissen“.

Den verhandelndne Studierenden ist kein Vorwurf zu machen. Es liegt alleine an der Halsstarrigkeit des VBB wenn das Ticket wieder teurer wird. Das Problem: Sie sitzen einfach am längeren Hebel, denn nochmal ein Semester aufs Semtix verzichten wollen wohl nur die wenigsten Studierenden. Das dieses Schicksal nun ausgerechnet den TU-Studierenden blüht verwundert Kenner der Situation an der Technischen Universität nicht. Ist doch der RCDS-AStA dort vor allem durch rechte Sprüche und unsoziale Politik aufgefallen und nicht durch Engagement für die Belange der Studierenden.

Großdemonstration am 26. Mai in Berlin – Gegen die Bildungspolitik der G8

26. Mai! Diesen Termin solltet ihr euch rot im Kalender anstreichen. Den an diesem Tag rufen verschiedene Initiativen, Gruppen und Gewerkschaften zu zwei Großdemonstrationen gegen die Bildungspolitik der G8 auf.

Einer der Demos wir in Berlin stattfinden. DIE Möglichkeit um ein Zeichen gegen unsoziale Bildungspolitik zu setzen! Hier ein Ausschnitt aus dem Aufruf zur Demo:

Wir stellen uns gegen die von der G8 propagierten und durch internationale Handelsabkommen in Umsetzung befindliche Bildungspolitik. Im Rahmen der internationalen Mobilisierungen erklären wir den 26. Mai 2007 zum Aktionstag für freie Bildung und veranstalten in Berlin und Hamburg zwei Großdemonstrationen, um so die G8 symbolisch in die Zange zu nehmen. Darüber hinaus rufen wir dazu auf, sich mit bildungspolitischen Themen an den Gipfelprotesten im Juni zu beteiligen.

Für Bildung frei von Sachzwängen und Verwertungskriterien. Gegen den globalen wettbewerbsorientierten Umbau von Bildung. Gegen Elitenbildung und marktorientierte Eingriffe in das Bildungsangebot. JedeR soll ein Anrecht auf einen selbstbestimmten Bildungsweg haben, unabhängig von marktorientierten Zulassungskriterien und Angeboten. Die Anzahl an Kita-, Ausbildungs- und Studienplätzen darf nicht durch marktwirtschaftliche Richtlinien beschränkt werden. Soziale Barrieren in allen Bildungsbereichen müssen abgebaut werden. Der von der G8 geförderte Eingriff der Privatwirtschaft in das Bildungswesen muss gestoppt werden.

Mehr Infos gibts hier.