Archiv für Dezember 2007

Pflaume des Monats: Bachelor/Master verrückt oder Schlimmer gehts immer

Pflaume des Monats: Gerhart von Graevenitz. Das es immer noch schlimmer geht zeigt mal wieder der Blick ins konservative Süddeutschland. In Baden-Württemberg machen die Uni-Direktoren gerade Front gegen die neuen Abschlüsse für GymnasiallehrerInnen: Bachelor und Master. Tatsächlich zeigt sich bei der Einführung der neuen „internationalen“ Abschlüsse in Lehramtsstudiengängen besonders deutlich wie sinnfrei die Umstellung auf Bachelor/Master tatsächlich ist. Denn die Crux bei der Sache ist: Wer nur einen Bachelor im Lehramt vorzuweisen hat kann nicht LehrerIn werden. Daas heißt: Der Bachelor-Abschluss ist im Grunde wertlos. Die Initiative Lehramt beschäftigt sich an der FU schon seit einigen Jahren mit der Thematik und es ist ihr mit Hilfe des AStA gelungen, zumindest das schlimmste zu verhindern. So wurden an der FU bisher alle BewerberInnen mit abgeschlossenem Bachelor zum Master-Studiengang zugelassen. In Baden-Württemberg war dies offensichtlich bisher auch der Fall. Ein logischer Schluss wäre deshalb: Bachelor/Master abschaffen und wieder die alten Magister-Studiengänge einführen. Doch das ist es nicht was die Uni-Rektoren im „Ländle“ foredern, sondern im Gegenteil:

Die Regierung hatte am 3. Juli entschieden, das Lehrer-Staatsexamen durch die in anderen Fächern bereits üblichen Abschlüsse zu ersetzen. Doch es erhob sich Protest von unerwarteter Seite. Rektoren, die zuvor auf die Reform gedrungen hatten, widersetzen sich. „Die Universitäten weigern sich, das so umzusetzen“, sagt der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Konstanzer Rektor Gerhart von Graevenitz.
Die Rektoren sehen ein Grundprinzip des neuen, gestuften Studiensystems in Gefahr: Das Land will beim Lehramt alle Absolventen des dreijährigen Bachelors für ein Masterstudium zulassen. Einzige Zulassungsbedingung soll ein geleistetes Schulpraxissemester sein. Für die Rektoren ist das ein Bruch des Systems, das sie in Diplom- und Magisterfächern einführen mussten. Hier dürfen nur besonders gute Bachelor-Absolventen ins Masterangebot aufsteigen. Solch einen „Flaschenhals“ müsse es auch beim Lehramt geben, fordert von Graevenitz. Es stelle das neue Abschlusssystem in Frage, wenn beim Lehramt jeder weiterkomme, in den anderen Fächern aber nur von den Universitäten ausgewählte, besonders qualifizierte Kandidaten. Auch drohe dem Lehramt so der Ruf eines Studiums für Leistungsschwache. [Südwest Presse]

Die Uni-Rektoren in Baden-Württemberg präsentieren sich also als die neoliberalen Hardliner schlechthin. Während selbst die konservative Regierung im Land es allen Studierenden ermöglichen will ihr begonnenes Lehramts-Studium mit einem Master abzuschließen, drängen Graevenitz und co. darauf ordentlich auszusieben. Studierende und ihre berufliche Zukunft sind in diesem Menschenbild nur noch eine gesichtslose Masse die man aus einer Flasche gießt. Wer zurück bleibt ist in diesem Denken Bodensatz und hat an einer (Süd)deutschen Universität nichts verloren. Dafür verleihen wir stellvertretend an Gerhart von Graevenitz die Pflaume des Monats Dezember.

StudiVZ macht wieder Negativschlagzeilen

Nachdem Studierendenvertreter schon vor Monaten kritische Töne gegenüber dem Internet-Portal „StudiVZ“ angeschlagen hatten, ist die umstrittene Plattform jetzt wieder ins Fadenkreuz von Datenschützern geraten. Der Spiegel berichtet:

Das Studentennetzwerk StudiVZ will seinen Nutzern personalisierte Werbung präsentieren – und ändert dafür die Geschäftsbedingungen. Wer nicht zustimmt, fliegt raus. Experten zweifeln an der Gesetzesmäßigkeit der Methode – man dürfe Nutzer nicht zur Selbstentblößung zwingen.
[…]
SPIEGEL ONLINE hat die neuen StudiVZ-Bestimmungen (fast 40.000 Zeichen Text) mehreren Rechtsanwälten vorgelegt, die sich auf Datenschutz und IT-Recht spezialisiert haben. Ergebnis: So eindeutig wie StudiVZ findet die Regeln niemand. Und dass Datenschutz in den neuen Geschäftsbedingungen als das höchste Gut hochgehalten wird, kann auch keiner der Rechtsanwälte erkennen.

Den ganzen Artikel könnt ihr hier nachlesen.