StudiVZ macht wieder Negativschlagzeilen

Nachdem Studierendenvertreter schon vor Monaten kritische Töne gegenüber dem Internet-Portal „StudiVZ“ angeschlagen hatten, ist die umstrittene Plattform jetzt wieder ins Fadenkreuz von Datenschützern geraten. Der Spiegel berichtet:

Das Studentennetzwerk StudiVZ will seinen Nutzern personalisierte Werbung präsentieren – und ändert dafür die Geschäftsbedingungen. Wer nicht zustimmt, fliegt raus. Experten zweifeln an der Gesetzesmäßigkeit der Methode – man dürfe Nutzer nicht zur Selbstentblößung zwingen.
[…]
SPIEGEL ONLINE hat die neuen StudiVZ-Bestimmungen (fast 40.000 Zeichen Text) mehreren Rechtsanwälten vorgelegt, die sich auf Datenschutz und IT-Recht spezialisiert haben. Ergebnis: So eindeutig wie StudiVZ findet die Regeln niemand. Und dass Datenschutz in den neuen Geschäftsbedingungen als das höchste Gut hochgehalten wird, kann auch keiner der Rechtsanwälte erkennen.

Den ganzen Artikel könnt ihr hier nachlesen.


1 Antwort auf „StudiVZ macht wieder Negativschlagzeilen“


  1. 1 Thomas Eichentopf 18. Dezember 2007 um 17:50 Uhr

    Mir geht diese Seite ehrlich gesagt ziemlich auf die Nerven und ein Wirbel wird darum gemacht, der ist… Na ja. Der erste Entwurf der neuen AGBs war nicht hinzunehmen, klar. Die Weitergabe der Daten oder die Nutzung der Daten für SMS-Werbung wäre nicht zu rechtfertigen gewesen. Alles Andere aber: Macht mal halb lang!

    1) Es gab eine Zeit, da gab es auf StudiVZ noch gar keine Werbung. Dann wuchs die Community und StudiVZ wurde für Werbung geöffnet. Schon damals war allen klar, dass es früher oder später personalisierte Werbung geben würde. Da gab es aber keinen offenen Massenprotest, sondern die Leute sind in Scharen beigetreten. Sie sind auch noch in Scharen beigetreten, als StudiVZ für 80 Millionen an Holtzbrinck verkauft wurde und seitdem sind zu den damals 2 Millionen Nutzern noch 2 Millionen dazu gekommen. Niemand sollte sich überrumpelt fühlen.

    2) Wenn man im StudiVZ im Moment so gern vom SchnüffelVZ und vom StasiVZ spricht, sei eines bedacht: Schnüffler wie die Stasi haben sich Daten und Informationen erschlichen. Auf StudiVZ erfolgte die Informationsprostitution von Anfang an freiwillig. Etwas Anderes war nie der Zweck der Seite. Das Gewüchs an originell-einfältigen Gruppen ist dementsprechend einmalig. Denken meine Kommilitonen wirklich so, insbesondere in Bezug auf Sex und Alkohol? Das wäre beinah ein Grund, dann aus Protest gegen dieses Sammelbecken die Universität zu verlassen.

    3) Unter meinen StudiVZ-Kontakten sind die emsigsten Vertreter der aktuellen Protestwelle merkwürdigerweise jene, die vorher die emsigsten StudiVZ-Jünger waren. Bei über 150 Gruppen zum Thema riecht das irgendwie auch nach Selbstdarstellung, nach dem Wunsch, Teil einer rebellierenden Massenbewegung zu sein, wie unsere Eltern es waren, nach dem Ziel, einmal etwas geschaffen zu haben – und wenn es nur eine Gruppe mit über 1000 Mitgliedern ist. Für ein bisschen mehr Ehrlichkeit mit sich selbst.

    4) Im Rahmen der Diskussion belebt sich nun auf einmal die Generalkritik an der Tatsache, dass überhaupt geworben wird. Niemand hat da offenbar ein Problem damit, eine kostenlose Leistung in Anspruch zu nehmen. Macht sich aber jemand Gedanken darüber, wer das Geld für diese Leistung zur Verfügung stellt?

    5) Beschwert sich jemand darüber, dass bei Amazon auch personalisiert geworben wird? Ein Online-Shop übrigens, der einen auch ohne Anmeldung sofort identifiziert, was im Sinne des Datenschutzes eigentlich ebenso bedenklich ist. Würdest du meinen Rechner benutzen, könntest du sofort sehen, was ich für Bücher lese – ich hätte keine Chance, mich dagegen zu schützen.

    6) Da kommt dann auch immer das mit dem Telemediengesetz, dass man einem nicht aufgrund bestimmter Umstände den Zugang zu einem Medium verwehren darf. Erstens gibt es aber immer noch Konkurrenzangebote. Zweitens verklagt niemand Web.de dafür, dass man sich anmelden muss, um dort ein E-Mail-Postfach zu nutzen. Oder SPIEGEL Online, dass man für einen Teil der Artikel zahlen muss. Nicht angemeldete Nutzer werden fast überall im Web von der Nutzung ausgeschlossen. Wenn das gegen das Telemediengesetz verstößt, hat da jemand aber großen juristischen Bockmist verzapft.

    Sollen die Leute also austreten, wenn sie meinen, das würde ihnen helfen. Ich würde es begrüßen, wenn Leute aus dem StudiVZ austreten, weil sie generelle Kritik an dieser Seite üben. Wenn man sich allgemein Gedanken darüber macht, welchen Stellenwert man einer EINZIGEN Webseite einräumt und wie sie unser Privatleben geordneter persönlicher Kontakte zugunsten einer Plattform, die mir nur 860 Pixel Raum lässt, meine Persönlichkeit zu entfalten, verdrängt.

    Vielleicht erreicht der Protest ja auch, dass die AGB ein Stückchen weiter zurückgedreht werden. Das wäre sicherlich ein positives Ergebnis und man dürfte gratulieren. Man kann mit den AGBs in der zuletzt vorgeschlagenen Variante nun allerdings auch leben.

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