Archiv der Kategorie 'Studiengebühren'

Auch ein blindes Huhn (2) …

Nachdem schon Richard von Weizsäcker unlängst mit ganz vernünftigen Einsichten aufgefallen war, versucht „Elite-Dieter-Lenzen“ jetzt offensichtlich (in einem Tagesspiegel-Interview) nachzulegen:

Den Begriff Eliteuni lehne ich übrigens ab, er weckt die falsche Assoziation, hier werde nur die Elite ausgebildet.

Berlin braucht keine Superuni.

Studiengebühren sind sozial selektiv.

Na geht doch Dieter! Zumindest erzählt „unser“ Uni-Präsident nicht mehr nur ideologischen, neoliberalen Unsinn. Das zumindest ist ein Fortschritt. Die Wahl der FU zur „Elite-Uni“ kann allerdings trotz allem nicht als solcher bezeichnet werden…

Mutig! – AStA der ASFH gegen Medienriese Bertelsmann

Die Kritik am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann Stiftung ist wohl so alt wie das CHE selbst und mehr als berechtigt (Eine Sammlung CHE kritischer Artikel findet ihr hier). Nun hat in Berlin endlich wieder jemand den Mut aufgebracht, dem neoliberalen Think Tank öffentlichwirksam paroli zu bieten. Der Asta der Alice-Salomon Fachhochschule ruft die Studierenden der ASFH dazu auf, dass CHE-Ranking zu ignorieren und die Feldarbeit zu boykottieren:

Der AStA der ASFH, stellt sich gegen diese Entwicklung, wir haben unsere Studierenden Aufgerufen das diesjährige CHE-Ranking zu boykottieren.
Wir sind nicht gewillt in einer ohnehin schon auf Wettbewerb und Verwertbarkeit ausgerichteten Gesellschaft uns auch diesem, von wirtschaftlicher Seite erdachten- das CHE ist ein Produkt der Bertelsmann Stiftung- weiteren Instrument der Einflussnahme von reaktionären Strömungen auf die Hochschullandschaft zu unterwerfen.

Unsere Hochschulleitung hat nach Bekanntgabe unseres Boykotts, neben der Androhung von Repressalien welche die freie Meinungsäußerung betreffen, zu einer offenen Diskussion über dieses Thema mit allen Studierenden der betroffenen Semester am Donnerstag den 18.10.07 um 11.00 Uhr aufgerufen. Andrea Remmers vom AStA erklärt hierzu: „Wir laden hiermit auch alle anderen an diesem Thema interessierten Menschen zu dieser Diskussion ein. Wir sind der Auffassung, dass nun Schluss sein muss mit Heimlichkeiten und unzufriedenem Gemunkel in den Hinterzimmern“.

Wir von SEMTIX finden diesen Aufruf spitze! Denn wir Studierenden müssen uns darüber klar werden, das uns Rankings wie das des CHE nichts bringen. Von Studiengebühren, stärkerer Verschulung und sozialer Auslese an den Hochschulen mal abgesehen. Die Arbeit von Bertelsmann Stiftung und co. zielt nicht darauf ab unsere Studienbedingungen zu verbessern sondern den Weg zu ebnen für einen der Zukunftsmärkte schlecht hin: den internationale Bildungsmarkt. Ist dieser erst mal installiert, liberalisiert und „dereguliert“ ist der Weg frei für die großen Medienunternehmen weltweit richtig abzukassieren. Allen voran: die Firma Bertelsmann…

„Unicheck – Von Studenten für Studenten“? Von wegen!

Die finstere Lobby-Organisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat sich mal wieder ein starkes Stück erlaubt. Mit dem Start ihres neuen Online-Portals „unicheck.de“ hat sie gar versucht dreist die Öffenlichkeit zu täuschen, so die Kritiker:

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Umfrage hat die INSM „Unicheck“ gestartet, ein Webportal, das listen will, wie die Hochschulen Gebühren verwenden. Dazu werden die Rektoren befragt, auch Studierende können eine Wertung abgeben. Geplant ist ein Ranking der „Tops und Flops“ unter den Unis. Der Initiative geht es – daraus macht sie keinen Hehl – wieder mal um Wettbewerb. Aber auch um „Transparenz“, so Koordinator Ronald Voigt. [Frankfurter Rundschau]

Doch damit ist es nicht weit her. Von „Transparenz“ keine Spur. Sollten wir Studierenden getäuscht werden?:

Die Mail klingt nach studentischem Start-Up: Eine neue Homepage „von Studenten für Studenten“ wolle klären, wie Unis Studiengebühren verwenden und was die Studenten davon halten. Doch dahinter verbergen sich PR-Profis – von der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. [Uni Spiegel]

Das bei der arbeitgebernahen INSM nicht immer mit offenen Karten gespielt wird ist bekannt. Statt offen darzulegen, dass sie Lobbyarbeit für Klientelinteressen betriebt, hüllt sich die INSM von jeher in ein pseudo-objektiv-wissenschaftliches Gewand. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, Akzeptanz für sogenannte „Reformen“ in allen gesellschaftlich relevanten Bereichen zu schaffen, die in der Regel Sozialabbau, Veräußerung von öffentlichem Eigentum etc. zur Folge haben. Die Unilandschaft soll von solchen „Reformen“ natürlich nicht ausgenommen bleiben. So trommelt die INSM schon seit Jahren für die Einführung von Studiengebühren.

Die finanzielle Macht der INSM ist nicht zu unterschätzen: Die Arbeitgeber ermöglichen den INSM-Lobbyisten einen Jahresetat von rund 8,8 Millionen Euro – viel Geld, um mit hochprofessioneller PR für marktwirtschaftliche Reformen zu trommeln. Oder auch, um eher verdeckt bestimmte wirtschaftspolitische Positionen in der Öffentlichkeit zu platzieren. [Uni Spiegel]

Wir Studierenden sollten uns von der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ nicht hinters Licht führen lassen und das neue Portal einfach ignorieren. Wenn sich niemand für die Seite interessiert wird sie schon ziemlich schnell wieder aus dem Netz verschwinden. Dem „Effizienz-Denken“ sei ausnahmsweise mal gedankt, denn schließlich wird die INSM ihre „studentischen Mitarbeiter“ nicht umsonst bezahlen wollen.

Na also, geht doch! – „Senator Zöllner gegen Studiengebühren“

Da scheint ja einer zur Vernunft zu kommen! Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg hat sich Berlins Bildungssenator Zöllner heute deutlich gegen Studiengebühren ausgesprochen:

Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), hat sich gegen Studiengebühren ausgesprochen. Sie schreckten junge Leute aus ärmeren Familien ab, sagte er am Mittwoch.
Es würden aber nicht weniger, sondern mehr Hochschulabsolventen benötigt. Bereits heute fehlten Studenten in Fächern, die traditionell von Bildungsaufsteigern gewählt würden, wie etwa den Ingenieurwissenschaften.
Außerdem führten Studiengebühren nicht unbedingt zu einer Verbesserung der Lehre, sagte Zöllner weiter. Die Etats der Hochschulen würden gerne gekürzt, wenn sie eigene Einnahmen verzeichneten. [rbb]

Doch es gibt auch einen Haken bei der Sache: „Onkel Jürgen“ gilt als Befürworter von sogenannten Studienkonten und die sind nichts anderes als: Studiengebühren…

Pflaume des Monats (März): Max Brüggemann, RCDS-Bursche pro Studiengebühren

Unsere Pflaume des Monats März ist ein diesesmal ein ganz besonders unsympathischer Zeitgenosse: Max Brüggemann

Brügemann ist ein konservativer Karrierist wie er im Bilderbuch steht. Aktiv bei Junge Union und RCDS und aktives Mitglied in einer Burschenschaft. Eigentlich seine Privatsache sollte man meinen, schräge Vögel gibts schließlich an jeder Hochschule genug. Doch nun hat der rechte Funktionär allen seinen Mitstudierenden an der Uni Münster 275 Euro extra Ausgaben im Monat beschert: in Form von Studiengebühren.

Die Universität Münster hat am Mittwoch die Einführung von 275 Euro Studiengebühren beschlossen. Der Senat entschied mit zwölf zu elf Stimmen. Pikant: Offenbar kam die entscheidende Stimme pro Campusmaut ausgerechnet von einem Studenten – einem mit Verbindungen. [Spiegel-Online]

Während der Diskussion war BWL-Student Max Heinrich Brüggemann zwar still geblieben, aber in der Vergangenheit hatte der Vorsitzende der Jungen Union Versmold keinen Hehl aus seiner Pro-Gebühren-Haltung gemacht. Der Burschenschaftler argumentierte noch vor zwei Monaten: Wie stünde er denn künftig vor Arbeitgebern da, wenn er von der einzigen gebührenfreien Hochschule kommen würde. [taz]

Was lernen wir aus dieser Geschichte? Jede Stimme für RCDS, Liberale und co. ist im Zweifel immer eine für Studiengebühren. Das unsere „Pflaume des Monats“ jetzt um seine körperliche Unversehrtheit fürchten muss finden wir zwar total daneben, aber das viele Studis in Münster sauer auf den Kerl sind können wir nachvollziehen. Brüggemann hat gegenüber Spiegel-Online übrigens angegeben, sich „erstmal zwei Wochen in Berlin“ aufzuhalten, um dem Ärger um seine Person in NRW zu entkommen. Vielleicht ergibt sich ja für einige solidarische Studierende in Berlin die Möglichkeit dem Gebühren-Fan mal ordentlich die Meinung zu sagen. Aber bitte nur mit der Kraft des Wortes!

Heißer Semester-Endspurt! – Berliner Studierende werden aktiv

Klausurenstress, noch ein Referat halten, Hausarbeiten wollen abgesprochen werden… Ihr kennt ihn sicher auch: den Endsemesterstress! Wir von SEMTIX sind davor natürlich auch nicht gefeit und konnten euch deshalb leider in den letzten Tagen nicht in gewohnter Weise über das Treiben an der Fu und darüber hinaus informieren. Andere Studis scheinen sich für ihr Engagement mehr Zeit zu nehmen und hängen sich am Ende des Semesters nochmal richtig rein. Die besten studentischen Aktionen der vergangenen Tage wollen wir hier kurz vorstellen

Schon vor einigen Wochen wurden die Ethno-Studis so richtig aktiv:

Die Proteste von FU Ethnologie-Studierenden gegen den Zwangsumzug ihres Institutes halten an. Am 19.01 protestierten etwa 100 Studierende mit einer Aktionskundgebung auf dem Alexanderplatz. Anschließend zogen die Studierende zuerst zum Roten-Rathaus und blockierten anschließend den “Unter den Linden”-Feierabendverkehr. Das Ethnologie Institut soll in Kürze ihre jetzigen Räumlichkeiten verlieren. Dadurch drohen den Institutsangehörigen massive Verschlechterungen. Die jetzigen Räumlichkeiten sollen zukünftig für das public-privite-partership Projekt “Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) – Berlin University for Professional Studies“ genutzt werden. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Freien Universität und dem Klett-Verlag, welche zukünftig gebührenpflichtige Weiterbildungsstudiengänge anbieten wollen. Unterstützung erfährt dieses Vorhaben vom Rot-Roten Berliner Senat.

Zur Zeit finden am Ethnologischen-Institut Aktionstage statt, mal vorbei zu schauen lohnt sich sicher. Und nach den Ferien solls mit Aktionen und Protesten weitergehen.

Eine kreative Aktion wurde am 12.02. von einigen Studierenden umgesetzt:

Vom 12. bis zum 13.02. findet in Berlin ein Symposium des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) statt. Das CHE (eine Kooperation aus der Hochschulrektorenkonferenz und der Bertelsmann Stiftung) betreibt seit Jahren Lobbyarbeit in Medien, Politik und Gesellschaft, um die Akzeptanz von Studiengebühren, Bildungsprivatisierung und Eliteuniversitäten zu erhöhen. Aus Protest haben Berliner Studierende heute mehrere Berliner Bertelsmann Buch Club Filealen besucht und diese symbolisch geschlossen.

Mehr zu der Aktion findet ihr hier.

Einen Tag später, dann bereits eine zweite Aktion:

Unter dem Motto „dein letztes Hemd für deine KommilitonInnen in Freiburg!“ veranstaltete der AK Studiengebühren/Studienkonten an der FU Berlin in der letzten Woche eine Kleidung-Sammel Aktion an der Freien Universität Berlin.
Ziel war es an der Uni über die aktuelle Studiengebühren-Situation in andern Bundesländern, sowie die Proteste dagegen zu informieren. Heute wurden die zusammengekommenden Kleidungsstücke dazu verwende die baden-württembergische Landesvertretung zu dekorieren. Einem Abteilungsleiter der Landesvertretung wurde symbolisch ein Protest T-shirt als negativ Auszeichnung für die Studiengebühren-Politik des Landes überreicht.

Mehr darüber könnt ihr hier nachlesen.

Wollt ihr selbst Aktiv werden gegen Studiengebühren und den Umbau der Hochschulen auf unsere Kosten, dann empfehlen wir von SEMTIX euch beim Berliner Bündnis für Freie Bildung zu informieren. Eine andere Anlaufstelle sind die Fachschaftsinis an der FU, hier könnt ihr euch zusammen mit anderen engagierten Studis direkt an eurem Fachbereich oder Institut einbringen. Ihr braucht dafür nirgendwo Mitglied werden und auch keinen Wahlkampf bestreiten. Wir von SEMTIX unterstützen die Fachschaftsinitiativen, weil sie basisdemokratisch, ohne „Häuptlinge“ organisiert sind und deshalb was ins Rollen bringen. Von Besserwisserei und Möchtegerns die Bundestag spielen wollen halten wir degegen nichts.

Pflaume des Monat (Februar) – Christian Füller oder warum Studiengebührengegner angeblich unsozial sind

Studiengebühren sind sozial ungerecht, dass ist bekanntlich eine Tatsache. Trotzdem gibt es viele die sich für eine Einführung von Studiengebühren einsetzen. Meistens diesselben Politiker, Wissenschaftler, Lobbyisten etc. die auch in anderen Feldern den Sozialabbau forcieren (man denke dabei nur an die Rente mit 67, die Einführung von „Hartz 4″ etc.). Nun gibt es in der politischen Landschaft der BRD aber auch andere Stimmen, die Sozialabbau im Allgemeinen und Studiengebühren im Besonderen kategorisch ablehnen. Dazu gehören natürlich in erster Linie die überwiegende Mehrheit der Betroffenen selbst. Im Fall von Studiengebühren sind das die Studierenden. Die Mehrheit der Studis lehnt das Bezahlstudium aus gutem Grund als unsozial ab. Unterstützung bekommen wir Studierende dabei nur von ganz wenigen Vertretern der etablierten Politik. Im Bundestag vertreten ist sogar nur eine einzige Partei, die sich (bisher) konsequent gegen Studiengebühren ausspricht. Nun kann man von der Linkspartei.PDS ansonsten halten was man will, in Sachen Studiengebühren vertreten sie eine fortschrittliche, soziale und nicht zuletzt klassisch linke Position: (Hochschul)Bildung soll für alle bezahlbar bleiben! Den meisten Studis dürfte die Partei zumindest in diesem Punkt aus dem Herzen sprechen.

Kritisiert wird die angeblich „starre Haltung“ der PDS in dieser Frage, vor allem von Rechts. Von Wirtschaftslobbyisten, CDU und Kinder reicher Eltern die sich im RCDS organisieren. Um so überraschender, das sich ein Journalist einer ehemals explizit linken Zeitung der „Sozialisten-Schelte“ anschließt. So war heute in der Berliner Tageszeitung taz ein Glosse des Journalisten Christian Füller zu finden, in der er der PDS abspricht in Sachen Studiengebühren eine soziale und linke Linie zu verfolgen, den so Füller, Studiengebühren seien schließlich sozial („Wer gerechte Bildung haben will, müsste […] sofort und übergangsweise Studiengebühren einführen.“) und der Schreiberling weiter:

Und da ist die populistische PDS. Sie mimt Sozialismus, indem sie Unigebühren und sogar Langzeitgebühren kategorisch ablehnt – angeblich aus sozialen Gründen. Das klingt wie links, ist aber gerade das Gegenteil davon. Für wen klassenkämpft die PDS da eigentlich? Für Studenten. Oder anders: für eine kleine Schar künftiger Akademiker. Die PDS schützt nicht die Schwachen, nicht benachteiligte Rütlikinder, sondern künftige Professoren, Beamte, Redakteure und – wie Willy Brandt einst witzelte – Landgerichtspräsidenten. Kurz: Die PDS macht einen riesigen Zinnober, um Studis 83 Euro Studiengebühr pro Monat zu ersparen. Das ist nicht links. Das ist Klassenkampf – für die Privilegierten des Bildungssystems.

Wir von SEMTIX denken: Diesen Quatsch zu kommentieren ist eigentlich überflüssig! Wer die Einführung von Studiengebühren als sozial empfindet hat schlichtweg keine Ahnung von den Lebensrealitäten der meisten Studierenden. Man muss die Linke.PDS nicht in allen Punkten toll finden, aber sie als „unsozial“ zu brandmarken, weil sie sich gegen das Bezahlstudium Stark macht ist hirnverbrannt. Die „Argumente“ die der taz-“Journalist“ vom Stapel lässt ebenfalls.
Übrigens, wer mehr über unsere „Plaume des Monats Februar“ Christian Füller erfahren will, wir beim Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) fündig:

Die tageszeitung (taz) gilt gemeinhin als eher linke Zeitung. Seit einigen Jahren aber hat sie mit Christian Füller einen starken Studiengebührenbefürworter in den eigenen Reihen, der keine Gelegenheit auslässt, gegen die Studierendenschaften zu polemisieren. Wenn die StudierendenvertreterInnen rot-grün wegen eines nicht gehaltenen Wahlversprechens angreifen, dann sind sie bei Füller die 5. Kolonne Stoibers. Protestieren zehntausende gegen Studiengebühren, dann verteidigen diese lediglich ihre Privilegien. Interviews mit Füller beginnen gerne mal so: „Na, wie ist es im Lehnsessel?“ Pünktlich zum Semesterstart ließ die taz ihren Gebührenfan wieder ran. Der Vorschlag diesmal: Studierendenvertretungen sollen selber Studiengebühren erheben, statt nur rumzumosern. Man kennt es schon: Füller pubt in seinen Berliner Sessel und rotzt die VertreterInnen der Studierenden an, die sich eh nur selbst beklatschen und in ihren Trutzburgen sitzen würden. Den ultimativen Beweis, dass die Studierenden in der Lage sind, Gebühren selbst zu erheben, tritt Füller mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten an – sie alle bezogen sich auf die Arbeit in den Studentenwerken, nicht auf Studiengebühren. Das wirklich tragische: Die taz-Redaktion steht offensichtlich hinter Füllers Geschreibe, heißt das Ganze doch „taz-Modell“ und nicht Christian-Füller-Modell.

Hingehen und mitmischen! – Morgen studentische Vollversammlung an der FU

FU Studierende zeigen Engagement und organisieren für den morgigen Mittwoch eine Info-VV in der Silberlaube. Los geht das ganze um 16.00 Uhr im Raum KL 32/123.

Themen werden sein: – Studiengebühren/Studienkonten in Berlin – Zugang zum Masterstudium – Exzellenzinitiative – „Unfreies Studieren an der FU“: ABV, Anwesenheitszwang, Verkauf von Institutsgebäuden

Anschließend: Filmvorführung: „Kick it like Frankreich – Der Aufstand der Studenten“

Wir von SEMTIX empfehlen: Hin gehen und mitmischen!

Das neue „Out of Dahlem“ ist da!

Die aktuelle Ausgabe der AStA-Zeitschrift „Out of Dahlem“ ist erschienen. Wie gewohnt finden sich darin Artikel rund um die Freie Universität Berlin. Hier ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

Dahlem

Neue Wahlen, alter Ärger
Stand der Studiengebührendebatte in Berlin

Eine Legende geht
Nachruf auf Prof. Gerburg Treusch-Dieter

Schwerpunkt: Blickfeld FU

Stop_Control
Überwachung und Kontrolle an der FU

Die Konzentration im Kopf
Bibliotheken von Zusammenlegungen bedroht

Stupa

„Berliner Bündnis für freie Bildung Gegen Studiengebühren“

Anderswo

Wer nicht kämpft verliert!
Über die Studierendenproteste in Deutschland

Marx neu lesen
Die „Neue Marx-Lektüre-Bewegung“ an der FU

Und viele Artikel mehr. Das neue „Out of Dahlem“ ist ab sofort im AStA-Haus erhältlich, natürlich kostenlos.

Pflaume des Monats (Januar): „Studentensturm auf Berlin“ oder die seltsame Logik des Thilo Sarrazin

Unsere Pflaume des Monats im Januar: Finanzsenator Sarrazin. Der Hintergrund: Während sich in Gebühren-Ländern wie NRW immer weniger Studierende um einen Platz an den Unis bewerben, scheint der run auf Berlins Hochschulen ungebrochen. Wie der Tagesspiegel heute berichtet sieht sich der Berliner Finanzsenator Sarrazin nun genötigt den atraktiven Hochschulstandort Berlin künstlich unatraktiv zu machen: durch Studiengebühren!:

Die Nachricht des Statistischen Bundesamtes kam der nordrhein-westfälischen Landesregierung nicht gerade gelegen. Im vergangenen Jahr schrieben sich laut der Behörde zehn Prozent weniger Studenten an den Unis des Bundeslandes ein als 2005. Ein dramatischer Einbruch – und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem die schwarz-gelbe Koalition trotz heftiger Proteste Studiengebühren einführte und bei Studienanfängern auch gleich kassieren ließ. Die Studenten in NRW müssen nun bis zu 500 Euro pro Semester an ihre Uni zahlen. […]

In Berlin und Brandenburg bleibt das Studium gebührenfrei, vorerst. Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) fürchtet einen „Studentensturm auf Berlin“, wenn in der Hauptstadt ab 2008 nicht ebenfalls Gebühren eingeführt werden. Der Koalitionspartner PDS sieht die Lage zwar weniger dramatisch, stellt sich aber nicht mehr kategorisch gegen die Maßnahme. Im rot-roten Koalitionsvertrag heißt es: „Die Koalitionsparteien halten an einem diskriminierungsfreien Hochschulzugang fest. Für den Zugang darf es keine finanziellen Hürden geben.“ Ein klares Nein zu Studiengebühren ist das nicht.

Seltsame Logik bei Thilo Sarrazin: Berlins Hochschulen sind attraktiv wie nie. Die Studierenden drängen in die Haupstadt (was wohl in erster Linie am überragenden kulturelle Angebot plus „hippness-Bonus“ liegt und nicht an den Studienbedingungen). Eigentlich doch Grund zur Freude für den Finanzsenator und vielleicht ein Anlass mit dem Bund über Gelder für einen Ausbau an Studienplätzen für die Hauptstadt zu verhandeln.
Doch Sarrazin schlägt das Gegenteil vor: potentielle Studierende abschrecken durch die Einführung von Studiengebühren! Damit es ja auch niemand mehr wagt daran zu denken, auch nur einen Fuß in FU, HU und co. zu setzen. Was denkt sich Sarrazin bloß dabei? Eine absolute Fehlbesetzung der Mann und deshalb unsere Pflaume des Monats Januar.